Zum Hauptinhalt springen

News Einzelseite

Zirkusprojekt

Taubenbändigen und Feuerspucken als Unterrichtsfächer

Mitmachzirkus „Manegentraum" probte eine Woche lang mit fast 100 Kindern der Grundschule in Nuttlar

„Mut steht am Anfang des Handelns – Glück am Ende.“ So könnte man das Zirkusprojekt der Grundschule am Sengenberg in Nuttlar zusammenfassen, als am Freitagabend die Kinder aller vier Jahrgänge glücklich und geschafft ihre zweite Zirkusvorstellung an diesem Tag erfolgreich hinter sich gebracht hatten.

Vorausgegangen war eine Entscheidung der Schulkonferenz, den Kindern diese außergewöhnliche Projektwoche zu ermöglichen, da sie aufgrund von Corona in den vergangenen Schuljahren auf vieles verzichten mussten. Nach langer Planung und vielen Überlegungen zum Hygienekonzept konnte die je zur Hälfte aus Mitteln des Landesprogramms „Neustart NRW“ und aus Mitteln des Fördervereins der Grundschule am Sengenberg finanzierte Projekt in der vergangenen Woche durchgeführt werden.

Bei stürmischem Wetter und unter Mithilfe einer engagierten Elternschaft wurde das Zirkuszelt auf dem Schulhof errichtet. Vier Tage lang erprobten und vertieften die Kinder dann zusammen mit den Artistinnen und Artisten des Manegentraums in acht Workshops neue Fertigkeiten. Unterstützt wurden sie dabei auch von ihren Lehrerinnen, die sich der Herausforderung stellten, ungewohnte Unterrichtsinhalte zu vermitteln. Statt Mathematik und Deutsch standen Jonglage, Hula Hoop, Seiltanz und Akrobatik auf dem Stundenplan. Andere Kinder trainierten den Umgang mit Feuer und Wurfmessern, dressierten Tauben oder übten lustige Sketche als Clowns ein.

„Es ist schön zu sehen, wie die Kinder in diesen Tagen über sich hinauswachsen und auch Schüchterne ganz selbstbewusst ihr Können zeigen“, freut sich die Schulleiterin, Eva-Maria Schlotmann-Griffin. „In den letzten zwei Jahren haben sie auf so vieles verzichten müssen. In dieser Projektwoche konnten sich alle seit langem wieder als Teil einer großen Gemeinschaft fühlen.“

Nach vier Tagen engagierten Übens und Trainierens stand das Zirkusprogramm. Angespornt durch die rhythmischen Klänge der Musik beklatschte das Publikum während der zwei Aufführungen jede Darbietung begeistert. Die „Flying Balls“ ließen Tücher, Bälle und Reifen fliegen, die „Gummiartisten“ und die „Fantastische Seiltanzgruppe“ zeigten ihr akrobatisches Können.

Eine schwungvolle Choreographie boten die zwölf „Hula Girls“. Spannend wurde es dann mit der „Westerngang“ und den „Crazy Hell Drivers“. Cowboys und -girls bewiesen ihr Geschick im Lasso drehen und Messer werfen. Begeisterten Applaus ernteten auch die „Crazy Hell Drivers“, die sich furchtlos brennende Fackeln zuwarfen und als geschickte Feuerspucker entpuppten.

Aufgelockert wurden die Darbietungen durch die „Cli-Cla-Clownies“ mit ihren bunten Kostümen und lustigen Sketchen. Sogar lebende Tiere gehörten zum Programm. Die „Taubenbändiger“ brachten die Vögel dazu, Leitern zu erklimmen und auf einer Wippe zu schaukeln.

Auch die Zirkusfamilie Bichlmaier, die den regelmäßig von der Bezirksregierung Arnsberg zertifizierten Mitmachzirkus betreibt, war von der Mitarbeit und dem Einsatz der Kinder begeistert.

„Wir freuen uns sehr, dass die Schule dieses Projekt trotz der schwierigen Zeit mit uns durchgeführt hat", sagte Ann-Katrin Bichlmaier nach der Vorstellung. Für die Familie war es die erste Projektwoche seit Beginn der Pandemie.

„Für die gesamte Schulgemeinschaft waren diese Tage der intensiven Zusammenarbeit ein ganz besonderes Erlebnis", betont Eva-Maria Schlotmann-Griffin. Die Begeisterung der Kinder war für alle Beteiligten der größte Dank.

Zurück